Hochschulpolitik Politik

Rekord, Neuanfang und Kontinuität: So reagieren die Listen auf die Ergebnisse der Uni-Wahlen

Alle Stimmen der Uni-Wahlen sind ausgezählt – und damit steht fest, dass sich einiges im StuRa verschieben wird. Gegenüber Kupferblau haben die Listen Einblick gegeben, wie sie sich nun einbringen wollen.

Nach den Wahlen sehen sich viele der Listen selbst als Gewinner und blicken positiv auf ihr Ergebnis. Die FSVV teilt gegenüber Kupferblau mit: „Wir haben das beste Ergebnis seit 12 Jahren geholt und das Zweitbeste seit Bestehen der VS. Wir sind oberbieberhaft glücklich.“ Die Liste der Fachschaften hatte im Vergleich zum Vorjahr bei der Stura-Wahl fast um zehn Prozentpunkte zugelegt und 26,6 Prozent aller Stimmen geholt. So viel wie keine andere Liste in diesem Jahr. Die FSVV erklärt ihren Erfolg mit ihrer Präsenz im Wahlkampf und ihrer Nähe zu den Studierenden. Eigenen Angaben zufolge führten die Vertreter*innen Hunderte Gespräche mit Student*innen in dieser Zeit.

Neue Liste holt knapp ein Viertel der Stimmen

Auch die neugegründete Liste gegen Macker (lgm) ist glücklich über ihr Ergebnis. Sie holte aus dem Stand knapp ein Viertel der Stimmen und sicherte sich damit vier Plätze im StuRa und einen zusätzlichen im Senat. „Das macht uns super stolz und zeigt, wie wichtig den Studierenden unserer Uni eine intersektionale, klassenkämpferische, palästinasolidarische, queerfeministische Perspektive ist”, so die Vertreter*innen.

Die Ergebnisse der StuRa-Wahl (links) und die Ergebnisse der Senatswahl (rechts). Grafiken: Marcel Gnauck

Die Liste gegen Macker hat sich eigenen Angaben zufolge erst kurz vor den Wahlen gegründet. Ihr Wahlergebnis bewerten die Vertreter*innen daher auch unter der Linse, dass sie nur wenig Zeit hatten, ihre Gruppenidentität und ihre Struktur zu finden. Dabei sieht sich die Liste nicht in der Tradition des SDS, wie Vertreter*innen gegenüber Kupferblau immer wieder deutlich machen. Der SDS war in diesem Jahr nicht mehr mit einer Liste zur Wahl angetreten. Ein Blick auf die Listen zeigt hier, dass es zumindest personell eine große Überschneidung gibt: Gut ein Drittel der Kandidierenden von der Liste gegen Macker waren auf der letzten Liste des SDS im vergangenen Jahr zu finden.

GHG: politisches Mitgestalten vor Wahlkampf-Präsenz

Trotz eines Verlustes im Vergleich zum letzten Jahr, zeigt sich die GHG mit ihrem Ergebnis zufrieden. Für wichtiger als die bloße Fraktionsstärke hält die Liste ihre Kompetenz und Arbeit in den Arbeitskreisen und anderen universitären Gremien. Die Liste räumt gegenüber Kupferblau aber auch ein, dass sie möglicherweise ein oder zwei Prozent mehr hätten holen können, wenn sie im Wahlkampf mehr Sichtbarkeit gezeigt hätten. 

Die Sitzverteilung im neuen StuRa und die zusätzlichen Sitze im Senat. Grafik: Marcel Gnauck

Die Wahlkampfzeit sei aber enorm anstrengend und kräftezehrend, so die Liste weiter. Häufig würden in dieser Zeit andere Aufgaben liegenbleiben. „Das wollten wir dieses Mal anders machen – anstatt uns im Konkurrenzkampf auszubrennen, haben wir auf unsere Gesundheit geachtet und konnten weiter im Tagesgeschäft der Hochschulpolitik arbeiten.“

Jusos sehen Problem der Bundespolitik für eigene Gruppe

Die Juso HSG sieht vor allem das Image der SPD als Problem für die eigene Gruppe. „Als Juso-nahe Gruppe leiden wir mit unserem Image natürlich unter der menschenfeindlichen Politik, die die SPD gerade auf Bundesebene mitträgt”, schreibt die Gruppe dem Campusmagazin. Das sei schon immer so gewesen und werde sich auch in Zukunft nicht ändern. Dennoch sind die Vertreter*innen mit ihrem Ergebnis zufrieden. Sie hätten ein paar Stimmen dazugewonnen und ihre Fraktionsstärke im StuRa halten können.

So soll es nach den Wahlen weitergehen

Am deutlichsten wird hier die GHG. Die Liste möchte ihre bisherigen Bemühungen weiter verfolgen, wie sie Kupferblau verrät. So wollen die Vertreter*innen dem Studierendenwerk gegenüber weiterhin für bezahlbare Mensapreise einstehen. Auch die Liste gegen Macker hat konkrete Ziele. Sie will sich unter anderem für geschlechtsneutrale Toiletten und für mehr Unterstützung der Anlaufstelle für sexualisierte Gewalt kämpfen.

Die FSVV teilt lediglich mit, sie werde sich mit allem beschäftigen, das auf dem Tisch liege und in den FSVV-Sitzungen angesprochen werde. Die Juso HSG möchte Hochschulpolitik sichtbarer machen und stärker Werbung für Briefwahlen betreiben. Eine Wahlbeteiligung von nur gut sieben Prozent sei „wirklich unterirdisch“.

Gerne hätten wir auch die Perspektive der LHG in diesem Artikel abgebildet. Bis Redaktionsschluss lag jedoch noch keine Antwort der Vertreter*innen vor. 

Beitragsbild: Marcel Gnauck

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