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Alle zusammen gegen den Faschismus: Anti-AfD-Kundgebung in Tübingen

Bundesweit finden Demonstrationen und Kundgebungen gegen den Faschismus und die AfD als Reaktion auf die Recherchen von „Correctiv“ statt. Am Montagabend finden sich auch in Tübingen hunderte Menschen auf dem Holzmarkt zusammen. Tübingens Zivilgesellschaft macht klar: Sie steht zusammen gegen Faschismus.

Der Holzmarkt ist dicht gedrängt mit Menschen. Studierende, alte Menschen, Familien mit Kindern: Alle sind zusammengekommen, um ein Zeichen zu setzen gegen Faschismus, gegen die AfD. An der Stiftskirche hängt ein Banner mit der Aufschrift „Nie wieder ist jetzt“. Anlass für die Kundgebung, die von einem breiten Bündnis, unter anderem aus „Fridays for Future Tübingen“, der Verfassten Studierendenschaft der Universität Tübingen, dem Jugendgemeinderat, dem Offenen Treff gegen Faschismus und Rassismus (OTFR) sowie ver.di organisiert wurde, sind die Recherchen von „Correctiv“. Diese berichteten von einem Treffen von AfD-Politikern, Neonazis und finanzstarken Unternehmer*innen, bei welchem die Vertreibung von Millionen von Menschen aus Deutschland geplant worden sein soll.

Ein Breites Bündnis verschiedener Organisationen stellt sich gegen Rechts.
Bild: Laetitia Gloning

Zivilgesellschaft in der Verantwortung

In den Reden auf der Kundgebung wird deutlich gemacht, dass man sich als Mitglied der Zivilgesellschaft klar gegen Faschismus stellen muss. Nicht nur die AfD selbst, sondern auch die Übernahme mancher ihrer Positionen von anderen Parteien wie der CDU wird scharf kritisiert. Auch die Ampelkoalition kommt aufgrund ihrer Unterstützung für die mehrfach kritisierte Asylreform der EU nicht gut weg. Den Rechtsruck bekämpfe man nicht, indem man nach rechts rücke. Es wird auf die Verantwortung der demokratischen Parteien, aber auch auf die der Wähler*innen aufmerksam gemacht, gerade hinsichtlich der im Sommer anstehenden Kommunal- und Europawahlen.

Raphael von der Verfassten Studierendenschaft macht deutlich, welche Folgen die Umsetzung der Vertreibungspläne der AfD für das Leben an der Universität und Tübingen hätte: Wir alle würden gute Freund*innen und die Bereicherung durch andere Perspektiven verlieren. Die Redner*innen rufen die Menschen in Tübingen zu mehr zivilgesellschaftlichem Engagement gegen Rechts, gegen Rassismus auf.

Der Holzmarkt ist dicht gedrängt mit Menschen. Video: Evelyn Krutsch

Über den Holzmarkt schallen immer wieder Parolen wie „Nazis raus“, „Alle zusammen gegen den Faschismus“ oder „Ganz Tübingen hasst die AfD“. Der SWR spricht von 1.500 Teilnehmer*innen bei der Kundgebung; wohl deutlich mehr als erwartet. Die Recherchen von „Correctiv“ sorgen offenbar für Empörung. Die Kundgebung in Tübingen und auch die in ganz Deutschland machen Hoffnung: Sehr vielen Menschen scheint es ein Anliegen zu sein, die Demokratie zu verteidigen und sich klar gegen die rechte Ideologie der AfD zu stellen.

Beitragsbild: Laetitia Gloning

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