Kultur Musik

Musik hallte durch die Kastanienallee

Egal ob Elektro, Grunge, Techno, Rap oder Rock – das diesjährige Ract-Festival hat wieder einmal mit vielfältiger Musik imponiert. Beeindruckend war auch das Durchhaltevermögen des Organisationsteams und der freiwilligen Helfer*innen, die trotz der Gewitterphasen Liebe zum Detail bewiesen haben.  

Fleißig sind in den letzten Wochen und Monaten vor dem diesjährigen Ract noch Flyer verteilt worden. Das Festival lebt von ehrenamtlich engagierten Menschen, die es ohne finanzielle Entlohnung Jahr für Jahr auf die Beine stellen. Dabei glänze das Organisationsteam rund um Elias, Leonie und Simon auch dieses Mal wieder. Unter ihrer Leitung stellten unzählige  Helfer*innen ihr Engagement und Können beim Aufbau, Getränke- und Essensverkauf sowie als Ordner*in unter Beweis. 

Einen Blick hinter die Kulissen

Donnerstag 10 Uhr auf dem Festivalgelände. Das Wetter? Reden wir nicht darüber. Heiter bis wolkig trifft es wohl nicht so ganz. Es könne beinahe der Eindruck gewonnen werden, das Wacken Open Air sei von Schleswig-Holstein nach Tübingen verlegt worden. Die große Bandbreite an Band- und Festivalmerch sowie Arbeitskleidung haben diesen Eindruck zunehmend verstärkt. Es schienen nur noch die obligatorischen Gummistiefel zu fehlen – mal abgesehen von der Veranstaltungsgröße und der Musikrichtung, versteht sich. Es tummelten sich Helfer*innen überall auf dem Gelände und trotz des immer wiederkehrenden Regens nahm das Festival seine bekannte finale Form an. Gefriertruhen wurden mit Gemüse und Pommes aufgefüllt, Stände vollständig aufgebaut und fehlende Banner an die Zäune aufgehängt. Um das Festivalfeeling zu vollenden durften natürlich auch die Pavillons nicht fehlen. 

Ein kurzer Regenstopp und schon gings weiter mit dem Aufbau. Bild: Celine Glöckner

Wann hattet ihr zuletzt ein Walkie-Talkie in der Hand? So viele Knöpfe und Rädchen. Und wenn es mal ernst wird: „Melde dich mit genauer Position und wen du erreichen möchtest!“ Dieses Szenario löst bei vielen wohl ein kurzes Gefühl der Nostalgie aus. So ging es wohl einigen Ordner*innen, die in den lilafarbenen Helfer*innen-T-Shirts auf dem Gelände verteilt waren. Teilweise wurden völlig fremde Personen zusammengeworfen, und so kam es auch vor, dass sich durch eine dreistündige Ordner*innenschicht auch Freundschaften entwickelt haben. Es gibt sicherlich schlechtere Beschäftigungen, als sich drei Stunden mit einer lieben Person zu unterhalten, während die Elektrobühne, geschmückt mit der kleinen Raupe Nimmersatt, in sanften Tönen die Nacht erfüllt. 

Kulinarische Vielfalt und faire Preise

Es geschieht zwar selten, aber soll dennoch vorkommen: ein Festivalbesuch umsonst. Wer das vollständige Erlebnis erreichen wollte, konnte zusätzlich für wenig Geld noch ein gelbes Bändchen erwerben. In kleiner Ration durfte sogar Wasser mit auf das Gelände genommen werden und auch Essen war ausdrücklich erlaubt. Da schlägt wohl ein jedes Schwabenherz höher. Und sollte es dennoch hungrige Gäste geben, so war es wohl besser, sich früh genug anzustellen, denn die Schlangen waren lang. Egal ob vegetarisch, vegan oder omnivor, für beinahe jeden war etwas dabei. Hervorgehoben werden sollte zudem, dass auch hier die Kosten bei weitem nicht mit klassischen Festivalpreisen vergleichbar sind. So konnten Besucher*innen eine fleischfreie Alternative im Brötchen für 3,50 Euro erwerben – der Verwendung von Ketchup, Mayonnaise und Senf waren dabei keine Grenzen gesetzt.

Keine Warteschlange vor den Ständen. Die Fritteusen waren noch kalt. Bild: Celine Glöckner

Auch die Getränkepreise waren erstaunlich niedrig. So konnten alkoholfreie Getränke im Schnitt für rund 2,50 Euro ergattert werden und selbst der Wein war unter fünf Euro. Darüber hinaus bekamen die Helfer*innen für ihre getane Arbeit kleine gelbe Getränkemärkchen, mit denen sie kostenfrei ihren Flüssigkeitshaushalt aufbessern/auffrischen konnten. 

Bombastische Stimmung

Zuletzt kann wohl festgehalten werden, dass die Vielfalt an musikalischem Angebot sowie die große Fläche mit Rückzugsorten und der übersichtliche Aufbau des Geländes wohl dazu geführt haben, dass ein jeder sich wohlfühlen konnte. Die Atmosphäre war gelöst, und wohin der Blick auch ging: Es gab überwiegend glückliche Gesichter. An dieser Stelle kann wohl gesagt werden, dass auch dieses Jahr das Ract einigen Menschen unvergessliche schöne Stunden bereiten konnte.

Beitragsbild: Celine Glöckner

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