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Squid Game Staffel 2 – Erwartungen vs. Realität

Warnung: Der folgende Artikel enthält Spoiler für Squid Game Staffel 1 und 2.

Die Fortsetzung des Überraschungserfolgs hat lange auf sich warten lassen. Während die erste Staffel noch vom kollektiven Lockdown-Binge-Watching profitierte, scheint die zweite Staffel weniger Begeisterung hervorzurufen. Doch warum bleibt die Fortsetzung hinter den Erwartungen zurück? Eine Filmkritik.

Unvollständig: Die Handlung bleibt stecken

Ein Fazit zur zweiten Staffel zu ziehen, fällt schwer, da sie nur ein Teil eines größeren Plots ist. Wichtige Handlungsstränge, wie die Geschichte der Brüder oder der Rachefeldzug von Spieler 456, bleiben unvollendet. Ironischerweise rührt die Frustration der Fans nicht von schlechter Qualität, sondern von der begrenzten Anzahl an Episoden, die ein echtes Binge-Erlebnis verhindern.

Obwohl „Squid Game 2“ finanziell kein Misserfolg ist, bleiben die Kritiken hinter denen der ersten Staffel zurück. Ein zentraler Grund dafür liegt in der langen Wartezeit, die die Erwartungen ins Unermessliche steigen ließ. Die zweite Staffel konnte die Faszination und den kulturellen Einfluss der vorangegangen Staffel nicht wiederholen. Viele ehemalige Fans aus meinem Umfeld, die die erste Staffel verschlungen haben, reagierten auf die Fortsetzung eher verhalten: „Macht mich irgendwie gar nicht an.“

Missverständnisse durch den Trailer

Der Trailer versprach Großes: Spieler 456 sollte erneut an den makabren Spielen teilnehmen und setzt somit klare Erwartungen. Doch die Realität sieht anders aus – Jeder, der den Trailer gesehen hat, musste ernüchternd feststellen, dass die Spiele erst in der dritten Folge starten. Ein Fokus auf die Geschehnisse außerhalb der Spiele muss nicht per se schlecht sein. Warum man die Serie irreführend bewirbt, bleibt aber ein Rätsel. 

Schleppendes Pacing und fehlender Nervenkitzel

Mit nur sieben Folgen wirkt das Pacing der zweiten Staffel dennoch zäh. Vor allem die ausführlichen Abstimmungen über die Fortsetzung der Spiele nehmen zu viel Raum ein. Im Vergleich dazu zog die Pilotfolge der ersten Staffel den Zuschauer direkt in ihren Bann – mit schnellen Entwicklungen und packenden Schockmomenten. Die ersten Episoden von „Squid Game 2“ lassen diese Intensität schmerzlich vermissen.

Spieler 456 überlebt alle Gefahren – von russischem Roulette bis hin zu einer bewaffneten Revolution – ohne eine logische Erklärung. Sein Überleben wirkt erzwungen und mindert die Spannung. Dennoch trägt seine Charakterentwicklung, getrieben von seinem spannenden Rachemotiv, die Serie. Abseits davon fehlt es der Staffel jedoch an tiefgründigen Nebenfiguren. Viele Charaktere bleiben eindimensional, wie eine schwangere Frau, deren gesamte Persönlichkeit auf ihrer Schwangerschaft basiert. Der Rapper “Thanos” mag zwar unterhaltsam sein, schlägt jedoch immer die gleichen Töne an. Hier würde ich empfehlen, auf die koreanische Tonspur zu wechseln, dort funktioniert der “Comic Relief” um einiges besser.

Fazit: Eine durchwachsene Fortsetzung

Ein Highlight der Staffel bleibt ironischerweise die Verfolgungsjagd in den ersten beiden Episoden, die mitreißend inszeniert wurde. Die Spiele sind nach wie vor unterhaltsam, kommen aber nicht an die mittlerweile ikonischen Szenen aus dem Original heran. Trotz der Kritikpunkte haben meine Freunde und ich fast alle Folgen in einer Nacht verschlungen. Wären mehr Episoden verfügbar gewesen, hätten wir sie ebenfalls geschaut.

„Squid Game 2“ ist keine Katastrophe, aber sie bleibt hinter den Erwartungen zurück. Die Fortsetzung bietet Unterhaltung, doch die Magie der ersten Staffel wird nicht erreicht. Fans, die auf eine vollständige und mitreißende Handlung gehofft hatten, könnten enttäuscht werden.

6/10 Kupferblau-Punkte

Beitragsbild: Anil Baki Durmus (unsplash)

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